Baugeschichte

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Über die frühesten Bauten in Thal ist nichts bekannt, jedoch ist anzunehmen, dass zumindest in den unteren Wandteilen des Langhauses Reste eines romanischen Vorgängers erhalten geblieben sind; solche Reste scheinen z.B. an der im unteren Teil der Westwand sichtbaren größeren Mauerstärke nachweisbar.

Wann die Gotisierung mit dem Einzug des Netzrippengewölbes und dem Neubau des Chores stattgefunden hat, muß noch offenbleiben. Ein Indiz für unterschiedliche Bauzeiten an Langhauswölbung und Chor könnte das niedrigere, vom Langhausdach getrennte Chordach sein.

Auf der Südseite des Langhausostgiebels befindet sich halb verdeckt über dem Chordach eine kielbogige Luke in rundbogiger Rücklage. - Eine bauliche Veränderung könnte auf der westlichen Giebelseite stattgefunden haben: die im Innenraum sichtbare vertikale Wandverstärkung mit dem vermauerten Rundfenster lässt an einen möglicherweise früher vorhandenen Westturm denken, was jedoch der zisterzienischen Bauidee zuwiderlaufen würde. Allerdings sind 1853 auch Bauschäden aus dem Bereich der Westmauer überliefert, bei deren Beseitigung evtl. auch Wandverstärkungen vorgenommen worden sein könnten.

Veränderungen am Bau sind jedenfalls für die Zeit um 1400 sehr wahrscheinlich. Zum einen hat sich eine Glocke aus dem Jahre 1400 erhalten, zum anderen ist eine Weihe vom 11.8.1404 durch den Freisinger Weihbischof Friedrich OFM (lat. ordo fratrum minorum, dt. Orden der Minderen Brüder, ein franziskanischer Reformorden), Titularbischof von Naxivan und Weihbischof des Freisinger Bistums-Administrators Berthold von Wehingen, der damals vom Papst bestätigter Erzbischof von Salzburg war (seit 6.2.1404) und deshalb nicht gleichzeitig Bischof von Freising sein konnte, überliefert.

Aus der Gotik stammt auf alle Fälle auch das über einer Mittelstütze gewölbte Erdgeschoß der Sakristei mit der schulterbogenförmigen Eingangstüre

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