Gründung und erste Jahre

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Mit Thal aber, ihrer ursprünglichen Niederlassung blieben die Zisterzienser von Fürstenfeld bis zur Aufhebung ihres Klosters im Jahre 1803 eng verbunden. Das dortige Kirchlein entwickelte sich zu einer nicht unbedeutenden Wallfahrt, die Wirtschaftshöfe des Kosters bildeten späterhin eine eigene Kloster-Fürstenfeldische Hofmark.

Eine Weihenotiz des freisinger Bischofs Friedrich aus dem Jahre 1404 besagt, daß er am Tag nach Laurentius (11. August) die ecclesia in Thal, zugehörig zur Pfarrkirche in Kirchdorf (am Haunpold) konsekriert und der Kirche einen Ablaß verliehen habe. Patrozinium war damals nicht die Hl. Dreigaltigkeit, sondern der Hl. Geist.

Am Matthiastag des gleichen Jahres verkaufte Rudolf von der Türndl „dem lieben heiligen geist“ zu Thal ein Gut zu Waid. Das Gotteshaus zu Thal muß damals über ein ansehnliches Vermögen verfügt haben. Immer wieder liest man von Güterkäufen, die der Kirchprobst von Thal für das dortige Kirchlein vornahm.

1444 kam es zu einem Schiedsspruch zwischen dem Abt von Rott am Inn, als Lehensherr der Pfarrkirche von Kirchdorf und dem Abt von Fürstenfeld wegen der jährlichen Abrechnung über das Kirchenvermögen von Thal. Bei dieser Gelegenheit wurde dem Abt von Fürstenfeld weiterhin zugestanden, in Thal zu „singen, lesen und alle Andacht zu vollbringen“, wie es seit alters löbliche Gewohnheit wäre.

Wird noch in einer Urkunde des Vikars Johann Winchelmair von Kirchdorf vom Jahre 1590 von der Hl. Geist-Kirche in Thal gesprochen, so hören wir seit 1642 nur mehr von einer allerheiligsten Dreifaltigkeitskapelle zu Thal. Hintergründe zu diesem Patroziniumswechsel sind mangels einschlägiger Quellen nicht bekannt.

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